Trainingsalltag .. Tipps zur Neuausbildung

Viele Vorurteile, mit denen Ex-Galopper behaftet sind, sind oft aus der schlichten Unkenntnis der neuen Besitzer entstanden.

 

Eines sollte man sich vorweg bewusst machen: ein Ex-Galopper ist nicht ROH. Egal, wie jung oder wie alt das Pferd aus dem Rennsport ausscheidet - es hatte bisher bereits einen Arbeits-Alltag. Viele Startschwierigkeiten und/ oder Probleme lassen sich vermeiden, wenn man sich als Interessent/ neuer Besitzer über das bisherige Training des Pferdes informiert.

 

Im Folgenden finden Sie ein paar grundlegende Dinge, die Ihnen als Gedankenstütze dienen sollen. Natürlich (!) sind diese Aussagen sehr allgemein gehalten und treffen nicht auf jeden Trainingsstall/ Trainer zu.

RENNTRAINING

NEUAUSBILDUNG

der Rennstall

Der Alltag eines Rennpferdes spielt sich vielfach in der Box ab -

hier wird geputzt, gesattelt und der Reiter sitzt auf.

Dann geht es zum Training raus.

 

 

Die Jockeys werden immer mit Hilfe auf das Pferd "geworfen" ..

 

 

Ein wichtiger Punkt ist, dass das Leben eines Rennpferdes überwiegend im Stall stattfindet. Das Training beläuft sich auf etwa 1 Stunde am Tag. In Einzelfällen wird auch stundenweise auf Paddocks rausgestellt.

 

 

 

die Fütterung

Vollblüter haben von Natur aus einen sehr hohen Stoffwechsel und bekommen im Training 2x tägl. etwa 6-8 Mass Hafer und Heu.

 

 

 

 

 

das Training

Rennpferde werden meistens im "Lot", also zu mehreren trainiert.

 

 

 

Der Reiter befindet sich immer im leichten Sitz.

 

 

Zum Beschleunigen im Endspurt werden die Zügel aufgenommen.

 

 

 

Rennpferde werden sehr auf die Stimme trainiert, so wird bspw. ein leichter Pfeifton genutzt, um das Tempo zu verlangsamen.

 

Die Trainingsbahnen sind meist zwischen 1200 - 2000 Metern lang. Selbst die Kurven sind nicht als solche spürbar.

 

 

Die Basis des Renntrainings ist Kondition. Viele Pferde gehen täglich in die Führmaschine, werden getrabt und ruhig galoppiert. Ein hohes Tempo (wie beim Rennen) wird max. 1x in der Woche gegangen.

 

 

 

der Renntag

Rennpferde werden meistens mit mehreren Pferden in LKW-Transporter verladen.

 

Am Renntag selbst herrscht eine Menge Trubel - Menschenmengen, Lautsprecheransagen, Musik, etc.

 

 

der Reithof

Das bloße, feste Anbinden an einem Putzplatz kennt Ihr Pferd schlichtweg nicht.

Ein lose Schlaufe, oder das Beistehen eines Bekannten kann Ihnen zur Übung dienen.

 

Stehenbleiben beim Aufsteigen/ am Sattel hochziehen ist Ihr Pferd nicht gewohnt.

 

Die Umstellung in eine Herdenhaltung, Offenstall, etc. ist für Ihr Pferd eine drastische Veränderung. Viele Pferde sind auch das Zusammenstehen in gemischten Herden nicht gewohnt.

 

 

 

 

die Fütterung

Eine Umstellung auf anderes Futter sollte langsam erfolgen und der Arbeit des Pferdes angepasst sein. Auch die Weidenhaltung ist für einen Ex-Galopper vollkommen neu und sollte schonend beginnen.

 

 

 

die Umstellungsphase

Bei einem Ausritt im Alleingang wird Ihr Pferd in der Umstellungsphase eher unsicher sein.

 

 

Wenig Rückenmuskulatur - tiefes Einsitzen ist in der Umstellungsphase unangenehm.

 

In Schrecksituationen/ im Gelände das Pferd stark aufzunehmen, wird eher einen gegenteiligen Effekt haben.

 

Die Stimme in der Neuausbildung auch weiterhin gezielt einzusetzen ist sinnvoll.

 

 

Balance zu finden & zu halten, ist für Ihr Pferd in der Umstellung die größte Aufgabe. Ein Galopp auf einem Zirkel wird in der ersten Zeit nur schwer umzusetzen sein.

 

Ihr Pferd in der Umstellungsphase nur wenig zu beschäftigen, ist eher nachteilig. Die Pferde sind gut trainiert, konditioniert und Leistung gewohnt. 

 

 

 

 

 

der neue Alltag

Ein normaler Pferdeanhänger kann für einige Pferde vorerst beengt wirken.

 

Viele Situationen nehmen Vollblüter sehr gelassen hin (Flugzeuge, Trecker, Zug, etc.), hingegen kann es sein, dass Ihr Pferd "normale" Alltagserscheinungen wie einen Fahrradfahrer, Kinderwagen, etc. nicht kennt.

 

Wenn Sie sich mit Verstand, Zeit und Konsequenz auf einen Ex-Galopper einlassen - ist alles möglich.

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© Nicole Billaudelle